Salzkammergut: Mit Kind und Kegel zum Triathlon

Sigis Siegbier bei der Wolfgangsee Challenge

Sigi Mutscheller berichtet von ihrem erfolgreichen Familienausflug zu Pfingsten zur Wolfgangsee Challenge im benachbarten Österreich.

Die Wolfgangsee-Challenge stand schon lange auf meiner to Do-Liste. Der Wolfgangsee fehlte bis dato nämlich noch in der Sammlung der Salzkammergut-Triathlons: Attersee, Mondsee und Traunsee – alles schon erledigt. Und nachdem der Termin in diesem Jahr auf das lange Pfingstwochenende fiel, war die Entscheidung schnell getroffen. Das Auto gepackt, Kinder geschnappt und nach der Arbeit auf die A8 Richtung Salzburg gedüst. Der Plan ging auf und fast ohne den obligatorischen Stau ging‘s Richtung Osten. Ab München nahm die Dichte, der mit MTBs und Rädern bepackten Mini-Vans dann deutlich zu. Pfingsten ist Radlurlaubszeit an den Alpenseen.

Unser Ziel war der Attersee – besser gesagt Oma und Opas Berghütte. Bei Traumwetter verbrachten wir den Vorwettkampftag mit den Kindern im Strandbad und alle hatten trotz frischer Wassertemperatur einen Riesenspaß. Der Umstand, dass Oma und Opa aus dem benachbarten Bayern das Salzkammergut als zweite Heimat auserkoren haben, machte uns den Start bei der Wolfgangsee Challenge natürlich um einiges einfacher, denn erstens war die Logistik geklärt und die Kinderbetreuung während des Wettkampfes war auch kein Thema. Also ging‘s am Pfingstsonntag in aller Frühe an den Wolfgangsee.

Die Wolfgangsee Challenge

In der Ortsmitte von Strobl, am Ostufer des Wolfgangsees waren alle relevanten Wettkampfpunkte zentral zusammengefasst und professionell, aber trotzdem sehr überschaubar aufgebaut. Nach Traumwetter am Vortag kam von Westen eine Kaltfront hereingezogen und die Frage war nicht ob, sondern wann das Wetter schlechter werden würde. Jedenfalls sorgte der Wind schon einmal für diese fiesen mittelgroßen Wellen, die einem das Leben beim Schwimmen richtig schwer machen können. Vor dem Schwimmstart  durften wir uns allerdings erst einmal am Start einfinden und die lange, seichte Durchlaufpassage – den sogenannten Landgang – für Runde zwei in Augenschein nehmen – oder besser die Fußsohlen an die bevorstehende Kiesmassage gewöhnen.

Die Strecken der Wolfgangsee Challenge

Danach viel auch schon den Startschuss und der Kampf mit dem Element, das ich eigentlich viel lieber in gefrorenem Zustand unter‘m Ski habe, begann. Tapfer durchgebissen und schnell auf‘s Rad gewechselt. Die High-Speed-Strecke am Rande des Sees kannte ich durch meine vielen Salzkammergut-Aufenthalte schon sehr gut, sodass ich den Kopf unten lassen konnte und, statt auf den Schafberg zu schielen, österreichischen Asphalt im Blick hatte. Mein Fuji-Bike war auf diesem Kurs richtig in seinem Element. An der Spitze wurde allerdings auch nicht gebummelt und so kam ich mit gehörigem Rückstand in Wechselzone zwei zurück an den See. Der Wind war inzwischen so stark geworden, dass der Veranstalter die Teppiche aus der Wechselzone entfernen musste, denn diese hatten sich schon als fliegende Teppiche versucht.

Also wieder 200 Meter Fußmassage über groben Schotter vom Wechselbalken bis zu den Laufschuhen. Danach ging‘s dann vier Mal über den Dorfplatz auf einen abwechslungsreichen Dreieckskurs, der zwar gut zu laufen war, aber auch das eine oder andere Schmankerl in sich hatte. Nach der ersten Runde rief man mir 90 Sekunden Rückstand auf die Führende zu. Eigentlich viel – aber die Chance war da und eine Runde später war ich dann vorne. Der bis dahin Führenden muss man aber zugute halten, dass sie bereits den Cross-Triathlon am Vortag absolviert hatte und um die Queen-Wertung kämpfte: wirklich kein Kinderfasching und höchsten Respekt dafür! Am Ende wartete im Ziel ein großes Weißbierglas eines Sponsors auf mich, über das sich die Kinder am Nachmittag mehr freuten, als ich es tat und die nächsten zwei Tage wurde Apfelschorle nur aus diesem 3-Liter-Ungetüm getrunken.

Sieg für Triathletin sigi Mutscheller bei der Wolfgangsee Challenge
Fazit: Alles in Allem war‘s ein sehr schöner Wettkampf. Das Wetter hat auch gehalten und erst zum Zieleinlauf fing‘s an zu regnen. Die Landschaft ist grandios und die kristallklaren Salzkammergut Seen sind an sich schon ein Highlight. „See you again in August :)“

 

Text: Sigi Mutscheller
Fotos: privat