tested: Das “Shiv” von Specialized

Judith testet das Triathlonzeitfahrrad "Shiv" von Specialized

Judith nahm in den letzten Monaten das “Shiv” von Specialized im Langzeittest unter die Lupe und bereitete sich damit für den Ironman Hamburg vor.

Für diese Saison habe ich von Specialized die Möglichkeit erhalten, ihr “Shiv” zu testen. Über das Rad-Fitting habe ich bereits berichtet. Nachdem das Rad perfekt auf mich eingestellt war, galt es das Rad auf der Straße auf Herz und Nieren zu testen.

Auf der Homepage verspricht Specialized ein Rad, das absolut auf Aerodynamik und Performance ausgelegt ist  – kombiniert mit einem spielend leichten Fahrgefühl. Trotz des breiten Unterrohs bzw. Übergang von Steuerrohr zum Unterrohr soll auch bei Seitenwind eine gute Aerodynamik und vor allem Kontrolle über das Fahrrad bestehen.

Die Ausstattung

Das Shiv ist mit Shimano Ultegra Komponenten ausgestattet und als Highlight gab es zu den Standard Laufrändern noch einen Satz Aerolaufräder von Specialized dazu. Auch bei den Laufrädern (Roval Rapide CLX 60 Turbular) verspricht Specialized maximale Aerodynamik, Steifigkeit und ein sensationelles Fahrgefühl.

Als das Rad aufgebaut und eingestellt war, ging es endlich los. Anfangs war es schon sehr ungewohnt, so einen großen Rahmen unter dem Hintern zu haben, doch mit den Kilometern kam das Gespür für das Rad.

Judith und das "Shiv" beim Chiemsee Triathlon

Fahrgefühl:

Auch wenn ein Zeitfahrrad vorwiegend für schnelle und flache Strecken gemacht ist, ist es für mich sehr wichtig, dass ich auch gut durch bergige und anspruchsvolle Strecken komme. Das “Shiv” hat mich hier nicht enttäuscht: auf der Ebene fährt es sich sehr gut und vermittelt ein direktes Fahrgefühl. Auch bei hohen Geschwindigkeiten bergab habe ich nie das Gefühl, die Kontrolle über das Rad zu verlieren und auch Bergaufpassagen sind gut zu bewältigen.

Ein echter Härtetest war sicher das Rennen am Chiemsee: 80 Kilometer bei teilweise strömenden Regen über kleine Sträßchen mit zahlreichen Kurven und ordentlich Wind standen auf dem Programm. Ich war absolut positiv überrascht, wie gut sich das Rad bei diesen Bedingungen fahren ließ und auch das Bresmen mit den nassen Carbonfelgen war kein Problem. Die Steifigkeit des Rads hat mich überzeugt. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, die Kontrolle über das Rad zu verlieren, auch nicht, als Windböe von der Seite kamen.

Sonstige Features:

Das “Shiv” verfügt über ein im Rahmen integriertes Trinksystem. Eine Trinkblase wird in eine Öffnung des Rahmens gegeben und mittels Strohhalm kann man ohne die Aeroposition zu verlassen, trinken. Ich persönlich hatte anfangs etwas Schwierigkeiten, die Blase so in den Rahmen zu bekommen, dass auch die richtige Menge an Wasser hineinpasste. Durch ein Aufklappen der Wasserblase kann man während des Fahrens, insbesondere beim Rennen, das Wasser gut nachfüllen.

Da ich leider etwas Startschwierigkeiten mit dem System hatte und meine schlimmste Vorstellung war, während des Wettkampfs zu wenig Flüssigkeit aufnehmen zu können, habe ich mich gegen dieses System entschieden, auch wenn es später doch noch gut geklappt hat.

Hinzu kommt ein weiteres Feature: der Fuelcell-Behälter, der sich im unteren Rahmendreieck befindet. Hier kann ein Ersatzschlauch, Riegel oder ähnliches verstaut werden. Alternativ kann der Behälter herausgenommen werden und ein separater Flaschenhalter montiert werden. Im Training habe ich gerne das Kit genutzt, um die Trikottaschen etwas leerer zu haben. Ersatzmaterial und Verpflegung für die langen Radtouren haben hier ihren Platz gefunden. Eine gute und unkomplizierte Lösung. Für den Ironman in Hamburg habe ich die Box allerdings abgenommen, um eine zusätzliche Flasche zu deponieren.

Fahrposition:

Da Teil meines Tests auch das Fitting im Vorfeld war, möchte ich auch zu meiner Sitzposition ein kleines Feedback geben. Dazu muss ich sagen, dass ich früher wirklich oft Probleme in der Aeroposition hatte. Diese hat mich in den Armen häufig enorm viel Kraft gekostet und ich konnte die Position nicht lange halten. Durch meine neue Position ist dies viel besser geworden, ich denke,  der „Geheimtipp“ ist die richtige Position der Ellenbogen zu finden. Hier kann ich als Tipp nur geben, dass zwischen Ober- und Unterarm in der Aeroposition circa ein 90 Gradwinkel bestehen sollte. Das macht das Fahren in der Aeroposition deutlich angenehmer und kraftsparender. Ich konnte sogar die 182 Kilometer in Hamburg größtenteils in der Aeroposition fahren, ohne das Gefühl von kraftlosen Armen zu haben.

Fazit:

Sowohl die Position, das professionelle Fitting als auch das Zeitfahrrad haben bei mir einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Ob bei Regen, Wind oder anspruchsvollen Strecken im Voralpenland – das “Shiv” hat mich sehr überzeugt und mich motiviert, Rad zu fahren. Die unterschiedlichen Features wie Trinkblase oder Fuelcell-Behälter aber auch das gute Fahrgefühl machen das Training und den Wettkampf auf diesem Rad definitiv angenehmer.

Weitere Infos zum “Shiv”

Text: Judith Mess
Fotos: Dirk Mess

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