tested: Fuji Norcom-Straight 1.3

Sigi Mutschllere auf ihrer Triathlonzeitfahrmaschine Fuji Norcom-Straight 1.3

Sigi Mutscheller war diese Saison auf der Zeitfahrmaschine “Fuji Norcom-Straight 1.3” unterwegs und hat einige Triathlon-Siege eingfahren. Anbei ihr Testbericht.

Der Rahmen:

Ich habe das Norcom in der Rahmengröße 51 (M) ausgewählt. Der Rahmen ist optisch gelungen und mit eigener, individueller Form gestaltet, die sich vom Mainstream positiv abhebt und die Maschine elegant, aber doch noch als Rad anmutend erscheinen lässt. Der Rahmen ist aerodynamisch geformt. Zum Aero-Konzept gehören innenliegende Züge und der aerodynamisch gestalteter Steuerrohrbereich; außerdem eine versteckte Bremse hinter dem Tretlager und eine in die Gabel inegrierte Vorderradbremse. Die TRP Bremsen machten solide ihre Arbeit und waren problemlos im Handling auch beim Wechsel von verschiedenen Laufrädern. Die integrierte Sattelstützklemmung mit versteckter Schraube rundet das Aero-Konzept ab.

Sigi war mit dem Fuji Norcom-Straight 1.3 auf allen Strecken zufrieden

Schaltgruppe: Shimano Ultegra DI2

Die DI” Ultegra bietet eine sensationelle Schaltperformance, ein problemloses Handling sowie zwei Schaltpunkte zum optimalen Schalten in nahezu jeder Situation – ich will keine mechanische Schaltung mehr – zudem ist die Schaltung leicht zu justieren. Der in der Sattelstütze verbaute Akku hat eine sehr lange Laufzeit. Ich habe ihn vor den Rennen einfach über Nacht bzw. ein paar Stunden ans Netz gehängt.

Die Übersetzung:

53/39 mit 11-28 war für mich ideal und für flache Passagen als auch für extreme Berge wie  beim Allgäu Triathlon top.

Anbauteile: Oval Concepts

Lenker und Aero-Bar-Extensions gibt es nur in einer Größe und waren für mich etwas zu breit bzw. zu lang. Die Extensions kann man aber problemlos ablängen. Der Vorbau ist mit optisch schön gestalteter Abdeckplatte ein Hingucker. Schön wäre noch eine Lösung für eine Food Box, was allerdings die die Leistung des Rades an sich nicht schmälert. Für den Einsatz auf längeren Distanzen ist das Fahrrad auch gut mit Zubehörmaterial nachrüstbar.

Laufräder: Oval Concepts 980 mit 16 bzw. 20 Speichen

Die Laufräder von Oval Concepts bieten einen guter Aerostandard. Direct Pull Speichung garantiert eine lange Haltbarkeit. Die Räder waren schnell und stabil. Bei starkem Wind ist das 80 mm Vorderrad schwer zu beherrschen, da wäre evtuell eine Lösung mit 60 mm vorne und 80 mm hinten eine universellere Alternative. Aber das ist Geschmacksache. Die Vittoria Rubino Pro Clincher bin ich nur kurz im Training gefahren. Das war unspektakulär solide. Im Wettkampf habe ich mit Erfolg auf meine bewährten Contis in 23 mm vertraut. Die Felgenbreite von 24,5 mm erlaubt den Einsatz von 23 und 25 mm Reifen.

Sitzposition:

Mit meinem knappem Zeitbudget habe ich mich kurzehand einem Bikefitter anvertraut und war mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Gregor Karnowski von  physio.lab hat mich optimal auf das neue Rad gesetzt und wir konnten die Details ohne Komplikationen einstellen. Bei Sattelstütze und Extensions musste die Säge ran. Der Rest war problemlos. Die Sattelposition ist in einem sehr großen Bereich einstellbar und erlaubt klassische wie Aero-Sitzpositionen.

Das Fuji wurde beim Bikefitting genau auf Sigi eingestellt

Fahrbericht:

Ich habe mich auf dem Norcom-Straight von Anfang an wohl gefühlt. Die Postion hatten wir etwas extremer gewählt, da keine Langdistanz auf dem Programm stand. Das hat gut gepasst, auch beim Ironman 70.3 in Luxemburg. Mit wenigen Trainingsfahrten hatte ich mich top eingewöhnt und auch der Switch zwischen Rennrad und Triathlon-Maschine bereitetet keine Probleme. Die Schaltung ist ein Traum. Das Rad beschleunigt gut, ist in den Kurven gut beherrschbar, sofern es nicht zu windig ist und auch am Berg macht es eine gute Figur. Als Triathlon-Maschine ist der Focus natürlich sehr gelungen auf Aerodynamik und Geradeauslauf gelegt, deshalb kann das Norcom am Berg und in der Wendigkeit nicht mit einem Straßenrenner mithalten – muss es aber auch nicht. Für mich ist das Gesamtpaket entscheidend und das ist wirklich sehr überzeugend. Sowohl bei ultraflachen und pfeilschnellen Rennstrecken, als auch bei bergigen Alpenrennen mit einem Mix aus High-Speed und steilen Anstiegen, konnte ich mich immer auf das Norcom verlassen.

Zum Mythos Rahmensteifigkeit möchte ich nicht viel sagen, denn das wird im Vergleich zum Profiradsport und den dort erzielten Kraftwerten im Triathlon ohnehin meist überbewertet. Für mich als Frau war der Rahmen in jeder Situation steif genug.

Fazit:

Das Norcom Straight ist ein tolles Sportgerät für den universellen Triathlon-Einsatz. Wer dazu noch auf die Optik Wert legt und ein Rad möchte, das nicht an jeder Ecke gibt, der bekommt eine klare Kaufempfehlung.

 

Text: Sigi Mutscheller
Fotos: Fabian Knisel und privat

 

 

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