24 Stunden Rennen Kehlheim

Jennifer war beim 24 Stunden Radrennen in Kelheim am Start. Was ist das für ein Event und worin liegt der Reiz dieser Radveranstaltung?

Bereits im letzten Jahr war ich mit vier lieben Radelfreundinnen beim 24 Stunden Rennen im Kehlheim gemeldet. Leider ist eine von uns krank geworden, sodass wir nur zu viert am Start waren. Schon im vergangenen Jahr hatten wir eine Menge Spaß!

Um dieses tolle Event einmal in voller Besetzung zu erleben, entschieden wir uns, uns in diesem Jahr wieder dem Erlebnis “24 Stunde Rennen” zu stellen. Kehlheim 24 hat bereits seit 1997 eine Tradition und ist mittlerweile zu einem richtigen Volksfest geworden.

Wieso Kehlheim?

Start und Ziel der circa 16,5 Kilometer lange Runde  mit rund 200 Höhenmetern befindet sich vor einem Bierzelt. Das heißt, daß die Teilnehmer bei der Start- und bei der Zieleinfahrt durch das „Partyzelt“ fahren. Der Radler wird daher immer mit lauter Musik und kräftigem Zuschauerlärm auf die Strecke verabschiedet und ebenso empfangen. Zudem haben es sich die Kehlheimer zur Aufgabe gemacht, 24 Stunden lang mit mehreren Autos an der Strecke zu stehen, um die Fahrer mit motivierenden Sprüchen und Musik zu beschallen. Ich werde bestimmt nicht vergessen, wie die gute „Cher – Believe“ mich in dieser Nacht den Hügel hinaufgetragen hat.

In Kehlheim kann in einer 5er-Gruppe (Damen, Herren, Mixed) oder einzeln gestartet werden. Einzelstarter fahren teilweise bis zu 600 Kilometer in diesen 24Stnuden. Unglaublich was dort geleistet wird. Das besondere an Kehlheim ist nicht in erster Linie der Renncharakter, sondern das miteinander und der Benefizgedanke. Alleine in diesem Jahr kamen sage und schreibe 152.000 Euro für gemeinnützige Zwecke zusammen. Wahnsinn! Wir waren ein Teil davon!

Rennhintergrund

Kehlheim bietet für seine Starter ein sogenanntes Fahrerlager. Die Wiesen um den alten Hafen um die Strecke werden als Campingfläche genutzt. Es gibt warme Duschen und Toiletten.

In diesem Jahr lief alles bestens und wir fünf konnten gesund und munter am Freitag anreisen. Meine vier Mädels hatte wie bereits im Jahr davor ihre Männer als Supporter dabei. Die vier sorgten dafür, dass stets Essen in Form von süßen, salzigen, warmen und kalten Speisen vorhanden war. Jeder Wunsch wurde uns von den Augen abelesen. Meinen besten Dank an dieser Stelle noch einmal an die einmaligen Supporter. Was wären wir in diesen 24 Stunde nur ohne Euch gewesen …

Essen Ohne Mapf kein Kampf

Es ist schon erstaunlich wieviel man in 24 Stunde essen kann.Mein Konsum belief sich auf eine Packung M&M’s, zwei Tafeln Schoki mit ganzen Mandeln, rund sechs Butterbrote mit Salz, vier Bananen, vier Powergels, Minibrezeln und ganz vielen Dingen, an die ich mich nicht mehr erinnern kann. Zum Glück hatte ich die Mädels dabei, die mich ab und an daran erinnerten, dass ich mit zu vollem Magen, Probleme auf dem Rad bekommen würde. Die lieben Männer hätten mir nämlich noch weitere zehn Brote geschmiert … 😉

Rennablauf

Die erste Runde wird im Pulk gestartet und die erste Frau beziehungsweise der erste Mann am oberen Anstieg erhält einen Bergwertungspreis. Die weiteren Runden werden etwas ruhiger und die dementsprechende Fahrerin muss zusehen, dass sie am Ende des Berges eine Fahrergruppe zusammen bekommt, um auf der anschließenden geraden nicht wie ein Fähnchen im Wind zu hängen. Leider war uns dies nicht immer möglich. Gerade in der Nacht wäre dies an der Abfahrt von Vorteil gewesen.

Wir entschlossen uns im Rundentakt zu wechseln. So konnte jeder von uns rund zwei Stunden zwischen den Runden ausruhen. In der Nacht befanden wir es für sinnvoll, dass jede von uns zwei Runden am Stück fuhr. So bekamen wir wenigstens die Möglichkeit eine Mütze Schlaf zu bekommen. Mit Oropax ausgestattet, lagen wir im Zelt, im Wohnwagen oder im Auto und versuchten, zu schlummern.

Die ersten Stunden vergingen wie im Flug. Zwischen den Runden waren wir mit Fahrern aus den Nebenlagern am Qautschen und tranken frisch gebrühten Kaffee am Specialized Stand.Ab 21:30 Uhr begann es zu dämmern. Warnweste und Licht waren nun Pflicht. Nachts sanken die Temperaturen bis auf sechs Grad. Müdigkeit machte sich breit. Wer glaubt, dass frische Luft und Kälte ausreichen sind, um nicht einzuschlafen, der täuscht sich. Wir hörten Geschichten von Fahrern die wohl beim Radeln eingeschlafen seien. Geht sowas wirklich fragten wir uns …?? Egal, uns würde das nicht passieren, wir hatten ja unsere zwei Runden Taktik und so sollte jede von uns zumindest etwas ausgeruht in die nächste Runde gehen.

so sieht ein gemütlicher Schlafplatz aus

Die Nacht überstanden wir ohne Probleme. Alle Lichter hielten. Niemand verschlief seinen Wechsel oder bekam trotz der Kälte körperliche Probleme. Um kurz vor 14 Uhr am nächsten Tag kam ich auf meiner letzten Runde endlich im Ziel an. Meine Mädels begrüßten mich bereits und alle Finisher waren in Partylaune. Ausgelassen wurdeetwas gefeiert uns sich über die vergangenen Stunden ausgetauscht.

Es war der absolute Wahnsinn wie jede von uns ihr bestes für die Gruppe gegeben hat. Dass wir uns alle gerne mochten stand eh außer Frage, dennoch muss ich noch einmal betonen wie toll die gegenseitige Motivation unter uns Mädels war.

Mädlespower!

Danke, dass ich Teil dieses Teams sein durfte!
Kehlheim hat gerockt!

 

Text: Jennifer Eisnhuber
Fotos: privat

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