tritime tested: Das Cervélo P5

Das P5 von Cervélo im Test

Luisa Keller vom tritime women team testete das P5 von Cervélo eine Saison lang und war damit unter anderem bei ihrem Sieg bei der Mitteldistanz in Ingolstadt und beim Ironman Kärnten unterwegs.

Das P5 soll eines der aerodynamischsten Zeitfahrmaschinen sein, die es auf dem Markt gibt. Für meine diesjährige Triathlonsaison, die von Mittel- und Langdistanzen geprägt war, durfte ich das Triathlonrad testen. Für meine Körpergröße von 1,74 Metern wählte ich einen 54 Rahmen.

Zur Ausstattung des P5:

Material: Carbon Rahmen
Bremsen: Magura RT8 Hydraulische Felgenbremse
Bremshebel: Magura RT8
Kassette: Shimano Dura-Ace 9000
Schaltwerk: Shimano Dura-Ace 9000
Schalthebel: Shimano Dura-Ace 9000
Umwerfer: Shimano Dura Ace 9000
Kurbel: Rotor Flow Aero BBright
Lenker: 3T Aduro + High-V
Sattel: ISM Prologue
Sattelstütze: Cervélo Carbon, Aero, Rail-Adjust
Laufräder: HED Jet 6

Zur Einstellung der Sitzposition:

Zunächst war es nicht ganz einfach, mich auf dem Rad in die richtige Position zu bringen. Ich fühlte mich zunächst wie auf einer Abschussrampe. Daher holte mir Rat und Hilfe vom Profi hinzu und ging, wie mit meinen anderen Renn- und Triathlonräder auch, mit dem P5 zum Bike Fitting. Dort war es ein etwas längerer Prozess, bis ich gut auf dem Rad saß, aber der Aufwand hat sich gelohnt. Was einmal mehr zeigt, wie wichtig ein Rad Fitting für jeden Sportler ist.

Wichtigstes zusätzliches Teil war für mich der High-V. Das ist ein Carbon Aufbau für den Aerolenker, der es ermöglicht, mit dem Oberkörper etwas höher zu kommen und den Hüftwinkel weiter zu öffnen. Durch den Einsatz von Spacern ist die Höhe des Aufliegers zudem variabel.

Zum Fahrverhalten:

Nachdem das Bike perfekt auf mich eingestellt war, hatte ich ausgiebig Zeit, das Rad unter Trainings- und Wettkampfbedingungen zu testen. Ich trainierte überwiegend im Schwarzwald, sprich ich hatte viele Höhenmeter zu bewältigen, kurvige Strecken zu fahren und oft nasse Straßen.

Das Rad läuft tatsächlich wie auf Schienen, was es sehr schnell macht. Dafür muss man beim Thema Wendigkeit wie bei so vielen Triathlonbikes ein paar Abstriche in Kauf nehmen. An das Fahrverhalten des P5 habe ich mich allerdings schnell gewöhnt, nachdem ich das Rad einfach oft im Training im Einsatz hatte.

Von dem hydraulischen Bremssystem von Magura war ich positiv überrascht. Man kommt mit dem P5 in sekundenschnell zum Stehen. Zur Wartung kann ich leider keine Auskunft geben, da dies in meiner rund fünfmonatigen Testphase nicht nötig war. Allerdings wird geraten, die Brems-Wartung vom Fachmann durchführen zu lassen.

Die manuelle Schaltung lief richtig gut und war sehrt exakt. Dennoch würde ich bei einem TT-Rad eher zu einer elektrischen Schaltung tendieren.

Optik und Stauraum

Das Aussehen ist natürlich immer Geschmacksache. Jedoch finde ich das rote „Raumschiff“ äußerst ansprechend und die matte Lackierung kommt sehr edel daher.
Speziell auf die Bedürfnisse der Triathleten, die während des Wettkampfs fast einen halben Hausstand mitführen, wurden einige aerodynamisch optimierte Stauräume mit leichtem Zugang entwickelt. Dafür sind Gewinde zum Anschrauben am Rahmen vorgefertigt, unter anderem am Oberrohr. Dort kann man Boxen anbringen, in denen Energiegels oder Riegel aber auch Ersatzschläuche und CO2-Kartuschen Platz finden. Eine sehr gute Lösung wie ich finde. Diese Boxen halten bestens und können auch nicht unterwegs verloren gehen.

Luisa mit dem P5 beim Ironman in Klagenfurt

Beim Sattel ist Komfort Trumpf

Auf dem ISM Prologue Sattel saß ich sofort wie auf einem Sofa. Optisch kann man über diesen Sattel vielleicht streiten, aber in Sachen Komfort war er für mich perfekt. Ich konnte ohne großes Radpolster stundenlang auf diesem Sattel sitzen, ohne dass ich Probleme bekam.  Zuvor hatte ich den ISM Racing im Einsatz, der vergleichsweise etwas härter und etwas unangenehmer bei langen Einheiten ist.

Mein Fazit:

Das Cervélo P5 und ich sind über den Testzeitraum zu einer super Einheit geworden. Das Rad fährt sich extrem schnell und nach dem ich mich an das Fahrverhalten gewöhnt hatte, war auch das Kurven-Handling kein Problem mehr. Da P5 fährt sich natürlich nicht wie ein Rennrad, aber es ist nun mal auch eine Zeitfahrmaschine und erfüllt seinen Zweck durch eine super Aerodynamik. Durch die hydraulischen Bremsen fühlte ich mich auch außerhalb der Wettkämpfe im normalen Straßenverkehr sehr sicher und kam immer schnell zum Stehen, wenn es sein musste. Das P5 macht Spaß und Lust auf Wettkämpfe und schnelle Einheiten.

 

Text: Luisa Keller
Fotos: privat

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