Daniela Sämmler: In jedem Rennen lernt man dazu

Daniela Sämmler auf dem Triathlonrad bei der Challenge Roth 2018

Daniela Sämmler war 2016 das erste und bisher einzige Mal beim Ironman Hawaii am Start. Für 2019 hat die Darmstädterin ihren Kona-Slot schon sicher. Wir haben mit ihr über ihre starke Saison und über Hawaii gesprochen.  

Danni, du bist 2016 auf Hawaii gestartet. Damals ging es dir beim Laufen und nach dem Rennen gesundheitlich nicht gut, du musstest sogar in Kona noch mehrere Tage ins Krankenhaus. Was hat sich seit diesem Rennen alles bei dir verändert?
In den letzten zwei Jahren hat sich bei mir sehr viel verändert, damit könnte ich ein Buch füllen. Was den Sport betrifft, ist das Wichtigste, dass ich gesund bin und mich bereit fühle, das “Jahresprojekt Hawaii” erneut anzugehen. Das war im letzten Jahr nicht der Fall und auch in diesem Jahr ist es im Nachhinein gut, dass meine dritte Langdistanz der Ironman Italien war und nicht der Ironman Hawaii, denn in Kona möchte ich zu 100 Prozent fit am Start stehen.

Was ist dir von deiner ersten Kona-Reise positiv in Erinnerung geblieben?
Das erste Mal auf Hawaii ist wahrscheinlich für jeden etwas ganz Besonderes. Dieses Erlebnis mit meiner Familie teilen zu können, war für mich besonders schön. Am beeindruckendsten war sicherlich der Besuch des Mauna Kea und das Schwimmen im Pazifik. Auch das ganze Drumherum und die Stimmung vor Ort waren einmalig und beim ersten Besuch sehr aufregend und spannend.

Hawaii ist für jeden Triathlet ein spezielles Erlebnis

Dieses Jahr hast du dich bewusst gegen einen Start auf Hawaii entschieden. Warum? Und wie geht es dir, wenn du die ganzen tollen Bilder deiner Kolleginnen und Kollegen auf den sozialen Medien siehst?
In diesem Jahr war Hawaii nicht meine oberste Priorität, ich habe mich in dieser Saison bewusst für die deutschen Rennen Roth und Hamburg entschieden und Hawaii hintenangestellt. Zum einen, weil dies im ersten Schuljahr meines Sohnes organisatorisch sehr viel einfacher war, als um die Welt zu fliegen und Punkte im Kona Pro Ranking zu sammeln – zum anderen, weil ich  die Chance gesehen habe, mich bei den großen deutschen Rennen gut zu präsentieren.
Die “ganzen tollen Bilder” von Hawaii schaue ich mir besser gar nicht an, sonst besteht die Gefahr, dass ich meine Saisonpause verkürze ;-). Spaß beiseite, ich werde das Rennen am Samstag natürlich sehr genau verfolgen und sehe es als große Motivation. Ich weiß ja, dass ich im nächsten Jahr auch wieder dabei bin und versuchen möchte, ordentlich mitzumischen.

Du hast dich letzten Monat beim Ironman Cervia mit einem Sieg für Kona 2019 qualifiziert. Was bedeutet dieser frühe Slot für dich?
Die frühe Qualifikation bedeutet vor allem Freiheit und Flexibilität für meine Wettkampfplanung und den gesamten Saisonaufbau. Die “Punktejagd” gibt es zwar nicht mehr, was aber nicht heißt, dass es als Profi einfacher werden wird, sich für Hawaii zu qualifizieren. Dass mir dies bereits so früh gelungen ist und die Tatsache, dass ich das Ticket schon in der Tasche habe, erleichtert daher vor allem auch organisatorisch sehr vieles.

Was hast du bei deinem letzten Renne auf Hawaii gelernt? Gibt es Dinge/Fehler, die du beim zweiten Start unbedingt vermeiden möchtest?
Es gibt bei jedem Rennen Dinge, die man dazulernt. 2016 ist sicherlich eine ganze Menge schiefgelaufen. Das meiste davon hatte ich allerdings gar nicht selbst in der Hand und konnte es nicht beeinflussen. Deshalb beschäftige ich mich nicht mit dem, was vor zwei Jahren schlecht war und anders hätte laufen müssen, sondern werde versuchen, ganz unvoreingenommen in das Rennen zu gehen und stattdessen meine Stärken und die Dinge, die in den letzten Rennen gutgelaufen sind, mitzunehmen.

Derzeit bist du nach deiner grandiosen Saison in der verdienten Saisonpause. Was treibst du den ganzen Tag, wenn du nicht am Trainieren bist und wie lange machst du tatsächliche Pause vom strukturierten Training?
Die Pause genieße ich sehr und nutze sie vor allem für die Dinge, die das ganze Jahr über oft zu kurz kommen. Natürlich bewege ich mich auch ein bisschen – ganz ohne Sport fühle ich mich spätestens nach zehn Tagen nicht mehr wohl. Als Training würde ich das aber aktuell nicht bezeichnen. In den letzten Jahren habe ich vom “strukturieren Training”, sprich vom Training nach Trainingsplan meist fünf bis sechs Wochen pausiert. Wie lange die Pause in diesem Jahr wird, das werde ich nach Gefühl entscheiden – es kann gut sein, dass sich diese Phase etwas verlängert. Ich möchte vor allem auch mental 100%ig frisch in Vorbereitung starten, denn die nächste Saison wird lang.

Hast du schon eine Idee, wie deine Planungen für 2019 aussehen können?
Natürlich gibt es Ideen, fest geplant ist aber noch nichts. Im Moment stehen erst einmal Durchatmen und Entspannen auf dem Programm. Die genauen Planungen für 2019 bespreche ich in den kommenden Wochen mit meinem Team und meinem Trainer. Vor Hawaii werde ich sicher 2019 noch bei einer Langdistanz am Start stehen – genauso sicher ist, dass es nicht mehr als eine sein wird! 😉

Daniela Sämmler mit ihrem Sohn in Kona 2016

Interview: Meike Maurer
Fotos: privat und Ingo Kutsche

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