Richtig Handeln bei einem Unfall

Was tun bei einem Unfall

Frühlingszeit gleich Radfahrzeit. Was tun, wenn es tatsächlich einmal zu einem Unfall kommt und man helfen muß. Luisa hat die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Wir befassen uns alle am liebsten mit den schönen Dingen im Leben. Das ist klar. Leider kann man auch mal Pech haben. Ein Beispiel, das für Radfahrer und Triathleten beispielsweise greifbar und nicht fernab der Realität ist: Ein Unfall oder Sturz mit dem Fahrrad, du bist selbst beteiligt oder musst jemandem Hilfe leisten. In dieser Situation ist es wichtig, dass du weißt, was du tun kannst, um zu helfen. Um in Stresssituationen zu funktionieren, ist es sinnvoll, sich im Vorfeld bereits mit dem Thema befaßt zu haben, daher hat Luisa ich im folgenden Artikel ein paar Tipps zusammengefasst:

Du benötigst Hilfe, weil es zu einem Unfall kam, eine Person verletzt wurde oder gesundheitliche Probleme hat. Dieses Szenario ist für die meisten von uns eine absolute Ausnahmesituation. Das schlimmste in solch einer Lage ist, sich hilflos zu fühlen und keine Ahnung zu haben, wie man helfen kann.

Anbei die die wichtigsten Tipps im Überblick wenn ein Radunfall im Straßenverkehr passiert ist:

  1. Ruhe bewahren! Leichter gesagt als getan. Atme tief durch. Du wirst jetzt gebraucht und bist wichtig.
  1. Bringe dich aus der Gefahrenbereich! Du kannst niemandem helfen, wenn dir selbst etwas zustößt. Gehe von der Straße und beachte den Verkehr. Wenn es möglich ist, warne den nachfolgenden Verkehr mit Handzeichen oder Rufen. Hält ein Fahrzeuge an oder ist gar am Unfall beteiligt, gebe die Anweisung, dass ein Warndreieck aufgestellt und das Warnblinklicht eingeschaltet wird. Damit senkt sich das Risiko, dass weitere Autos in die Unfallstelle fahren, weil sie diese zu spät erkennen.
  1. Verschaffe dir einen Überblick!
    – Wie viele Menschen sind verletzt?
    – Wie schwer sind die Verletzungen?
    – Wie groß ist das Ausmaß der Situation?
    – Wo befindest du dich genau?
    –> Diese Informationen benötigst du, wenn du einen Notruf absetzt!
  1. Notruf 112 oder 110 absetzen!

Einen Notruf absetzen

Wann darf man den Notruf wählen?

Immer bei Unfällen mit Verletzten oder gar Toten, bei erheblichem Sachschaden, Unfallflucht oder Verdacht einer Straftat durch einen Verkehrsteilnehmer oder wenn die Situation für dich unklar ist. Wenn du Zweifel am Gesundheitszustand des Betroffenen hast oder gar Lebensgefahr besteht, rufe immer den Notruf!
Du kannst nichts falsch machen, nur der gezielte Missbrauch der Notfall-Rufnummern ist verboten.

112 oder 110?

Die 112 gilt europaweit, ist kostenfrei und funktioniert 24 Stunden lang.
Die Notrufzentrale/Rettungsleitstelle der Feuerwehr nimmt deinen Anruf entgegen. Am besten prägst du dir diese Nummer ein, weil du hier auch im Trainingslager bspw. auf Mallorca Hilfe bekommst.

Die 110 ist ebenfalls kostenfrei und 24 Stunden erreichbar. Diese Nummer gilt jedoch nur in Deutschland! Wenn du die 110 wählst kommst du direkt bei der Polizei raus und egal wo in Deutschland du dich befindest, du wirst mit der örtlich zuständigen Leitstelle verbunden.

Die Notrufnummern haben Priorität und du kommst auch bei schlechtem Empfang meistens  noch durch. Das heißt: Wenn du in einem Funkloch bist und dein Handy nur einen oder keinen Empfangsbalken anzeigt, trotzdem den Notruf 112 wählen und nicht die Nummer deiner Oma,  weil du denkst, sie kann dir von zuhause aus helfen.

Es spielt keine Rolle ob du die 110 oder die 112 wählst: Die Einsatzsachbearbeiter beider Notruf-Leitstellen alarmieren automatisch die benötigen Rettungskräfte (Notarzt, Rettungswagen, Feuerwehr, Polizei, THW ect.) und schicken sie zu dir, an den Ort wo sie gebraucht werden.

W-Fragen

Beide Leitstellen helfen dir gleichermaßen weiter. Geschultes Personal nimmt deinen Anruf entgegen und stellt dir die berühmten „W-Fragen“:

– Wo ist der Unfall passiert?
– Was ist genau passiert?
– Wie viele Personen sind beteiligt oder verletzt?
Welche Art von Verletzungen / Welche Zustände liegen vor? (z.B. Bewusstlosigkeit, Schock, Atemstillstand, Herz-Kreislauf Stillstand, starke Blutungen)
– Warten auf Rückfragen! (Lege nicht einfach auf!)

Entscheidend ist möglichst schnell und klar mitzuteilen WO der Krankenwagen, Notarzt oder die Polizei benötigt wird. Darum schaue dich kurz um – Ortsschilder, Straßenname, Maps auf dem Handy, Frage andere Autofahrer oder Passanten, wo du dich befindest. Teile die Örtlichkeit als erstes dem Empfänger deines Notrufes mit. Selbst wenn die Verbindung zusammenbricht, weil der Empfang zu schlecht ist oder dein Akku leer ist, weiß derjenige, wo Hilfe hingeschickt werden muss.

  1. Erste Hilfe leisten!

Den letzten Erste-Hilfe-Kurs hast du vermutlich im Alter von 17 Jahren gemacht, weil du den Schein für deinen Führerschein benötigt hast?! Dann wird es Zeit für eine Auffrischung! Erste-Hilfe-Wissen sollte jeder haben. Nur das theoretische Know-how bringt dich in einer Stresssituation nicht weiter: Nur wenn du die lebensrettenden Griffe regelmäßig trainierst, kannst du sie im Notfall auch abrufen und sie gehen leichter von der Hand! Schnapp dir am besten ein paar Freunde und melde dich zu einem Kurs an. Das macht Spaß, ist interessant und im Ernstfall kannst du Leben retten! Kurse werden beispielsweise vom DRK, Die Johanniter, Malteser und vielen anderen

Unfall to-do-Liste

Mein persönlicher Praxis-Tipp:

Oft ist das Problem bei verletzen Personen, dass sie schnell auskühlen während man auf Hilfe warten muss. Für den schlimmen Fall des Unfalles packe ich bei jedem Radtraining eine Rettungsdecke in die Trikottasche – die hoffentlich nie zum Einsatz kommt – oder ich stecke sie zum Ersatzschlauch in die Satteltasche. Diese Decke gibt es inklusive Versand ab 2 Euro zum Beispiel bei Amazon. Sie ist klein, wiegt nichts und kann ohne Probleme verstaut werden. Als Spickzettel habe ich mir eine Erste-Hilfe-To-Do-Liste erstellt, ausgedruckt und als Erinnerungshilfe sichtbar in die kleine Zipp-Tüte gelegt. So habe ein Back-up falls ich im Stress einen Blackout bekomme.

Weitere Informationen zum Thema Unfall könnt ihr in der Online-Broschüre der Polizei Baden-Württemberg nachlesen: „Was geschieht wenns passiert ist“. Dort sind die wichtigen Punkte detailliert erklärt und rechtliche Fragen werden Beantwortet.

Text: Luisa Keller
Fotos: Tim Keller

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