Transalpine Run: Vom Traum der Alpenüberquerung

Transalpine Run Vorbereitung mit Jenni und Vroni

Vroni und Jennifer erfüllen sich dieses Jahr den Traum vom Start beim Transalpine Run (TAR). Viele Trainingseinheiten haben die beiden gemeinsam absolviert. Wie ihre Vorbereitung aussieht, schildern sie euch.

Beim Transalpine Run müssen in diesem Jahr 255,4 Kilometer mit 16.398 Höhenmetern im Aufstieg und 16.523 Höhenmetern im Abstieg bewältigt werden. Kein Pappenstil. Das wissen Jenni und Vroni auch und bereiten sich seit Monaten auf diese extreme Herausforderung vor.

Was ist der Transalpine Run genau?

Der Transalpine Run, ist eines der härtesten und zugleich spektakulärsten Trailrun-Events der Welt. 300 Teams starten dieses Jahr am 2. September von Garmisch-Partenkirchen, um in sieben Etappen die Alpen zu überqueren. Es geht durch Österreich – mit den Etappenorte Nassereith, Imst, Pitztal, Sölden – nach Italien. Von St. Leonhard in Passeier führt die Route in den vorletzten Etappenort Sarnthein. Das große Finale findet am 8. September in Brixen in Südtirol statt.

Vroni bereist als Vorbereitung Lateinamerika

Ich, Vroni nahm mir dieses Frühjahr ein Sabbatical, das ich drei Monate von April bis Juni in Chile, Argentinien und Peru verbrachte. Ich wollte während meiner Reise laufend und wandernd die Berge auf diesem Kontinent erkunden. Aufgrund mangelnder Laufreisebekanntschaften und zahlreichen Wanderreisebekanntschaften wurde allerdings mehr gewandert als gelaufen. Wunderschöne Trainingskilometer habe ich bei meinen Trekking-Highlights in Patagonien im Torres del Paine Nationalpark auf dem W-Trek, in El Chalten und im Nahuel Huapi Nationalpark gesammelt. In Peru wurden fleißig Höhenmeter gesammelt. Bei Ankunft in Huaraz schloss ich mich spontan einer Expedition zum Alpamayo Highcamp – für mich der schönste Berg der Welt – an, und beim zehntägigen Trekking Cordillera Huayhuash wurden zwei fünftausender bekraxelt, den Nevado Pumarinri mit 5.465 Höhenmeter und den Nevado Diablo Mudo mit 5.350 Höhenmeter. Als Reiseabschluss-Highlight kletterten wir außerdem noch auf über 6.000 Meter auf den Mount Tocllaraju.

Jenni trainiert zuhause

Ich, Jenni bin einfach froh darüber, dass meine Achillessehnenprobleme, die ich 2017 hatte, verschwunden sind. Seit Ende letzten Jahres konnte ich endlich wieder meine Umfänge steigern und auf den geliebten Trails rumhüpfen. Ab April musste ich mich zunächst ohne Vroni für den TAR vorbereiten und merkte bei vielen Läufen, dass sie mir einfach fehlte. Für die Daheim gebliebenen ist es meist schwieriger, wenn plötzlich der Trainingspartner fehlt. Meine Motivation stagnierte zunächst und ich war froh, als mein Freund diverse Vorschläge parat hatte, um mich weiter zum Training zu motivieren. So haben wir unter anderem der deutsch-französische Burgenweg, der Rheinsteig und die sächsische Schweiz unsicher gemacht. Zudem absolvierte ich in den Vogesen und auf la Palma zwei Trailwettkämpfe über die Marathondistanz, aber  Vroni fehlte mir trotzdem die ganze Zeit.

Unsere Gipfelstürmerinnen Jenni und Vroni

Zusammen die Osttiroler Berge entdecken

Da Teamgeist für den Transalpine Run von großer Bedeutung ist, haben wir beschlossen, uns nach dreimonatiger Trennung drei Tage gemeinsam in den Bergen zu bewegen. Zu unsere großen Freude gesellte sich spontan unsere Freundin Chrissi dazu. Wir verbrachten bei Vronis Familie in Osttirol drei schöne Zeltlagertage. Dank Oma Hedwig stand uns der Garten zum Campieren zur Verfügung und für gute Hausmannskost nach den Läufen war gesorgt.
Den Fokus legten wir nicht aufs Kilometersammeln, sondern auf Höhenmeter, denn Kilometer können wir auch in Wiesbaden zurücklegen. Wir absolviertenin drei Tagen knapp 6.000 Höhenmeter und genossen wunderschöne Panoramen vom Regenstein, dem Villgrater Joch, dem großer Lassörling und bis hin zur Seespitz. Besonders freuten wir uns darüber, dass wir die angegebenen Tourenzeiten deutlich unterboten – meist sogar halbierten. Zu unserem großen Glück hatten wir eine super Jahreszeit ausgewählt und konnten die Almrosen- und Enzianblüte in schönster Farbpracht bewundern. Auch die Tierwelt war mit Murmeltieren und Alpinmäusen  zahlreich vertreten. An diesem Wochenende haben wir wieder gemerkt, wie schön es ist, die Bergleidenschaft zu teilen, gemeinsam die Gipfel zu erklimmen, das Panorama zu genießen und den Adrenalinrausch beim Downhill-Run zu spüren.

Zusammen die Bergwelt zu entdecken, macht einfach doppelt Spaß.

 

Ab jetzt geht es gemeinsam Richtung Ziel! Wir freuen uns schon auf abwechslungsreiches Training wie zum Beispiel auf Läufe am nah gelegenen Rheinsteig, auf Aqua-Jogging-Einheiten und Stabi-Orgien, um für unseren Traum, dem Transalpine Run, gut vorbereitet zu sein.

Text: Jennifer Eisenhuber und Veronika Hamminger
Fotos: privat

1 Kommentare

  1. Daniela Huber

    Ein toller Bericht. Ich freu mich schon wenn sie die Tour starten ,da hab ich die Möglichkeit meine Granate und Vronie (freu mich sie persönlich kennen zu lernen) anzufeuern:” Da wir im Passeiertal Urlaub machen. Ich bin jetzt schon aufgeregt .

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