tritime tested: SwimRun-Neoprenanzug Versa

Der SwimRun Neoprenanzug Versa von Zone3

Rabea testete den SwimRun-Neoprenanzug Versa von Zone3 ausgiebig im Training und im Wettkampf – anbei ihr Testbericht.

Seit einiger Zeit findet man immer mehr SwimRun-Veranstaltungen in diversen Wettkampf- und Veranstaltungskalendern. Neben den gewöhnlichen Neoprenanzügen aus dem Schwimm- und Triathlonbereich, haben diverse Neopren-Hersteller auf den Trend reagiert und speziell für den SwimRun-Bereich eigene Modelle auf den Markt gebracht. Das Modell Versa von Zone3 ist ein SwimRun-Einsteigermodell, das ich im Training und im Wettkampf testen durfte.

Was ist ein SwimRun-Neoprenanzug?

Das spezielle an einem SwimRun-Neoprenanzug ist, dass er sowohl den Anforderungen beim Schwimmen als auch beim Laufen gerecht werden sollte, um ein Umziehen überflüssig zu machen. Während die meisten SwimRun-Neoprenmodelle mit einer kurze Beinpartie konzipiert sind, um den Komfort beim Laufen zu erhöhen, hat der Versa von Zone3 etwas längere Beine, um die Knie zu bedecken und sie vor Kälte zu schützen. Zu den Vor- und Nachteilen später mehr. Eine weitere Besonderheit ist der Frontreissverschluss bei SwimRun-Neoprenanzüge, die ein einfaches öffnen an Land oder sogar Abziehen im Oberkörperbereich möglich machen. Dies ist wichtig, falls die Außentemperaturen beim Laufen dies erforderlich macht. Überhitzen möchte man ja schließlich auch nicht beim Laufen.
Getestet wurde der Versa von Zone3 im Training im offenen Gewässer, sowie im Wettkampf in der Höhe und bei extrem kalten Wassertemperaturen beim Ötillö Engadin.

Mein erster Eindruck vom SwimRun-Neoprenanzug Versa

Der Versa ist ein Neoprenanzug mit 3/4 langen Beinen und kurzen Armen, die über die Schulterpartie reichen. Um die Arme vor der Kälte zu schützen kann man separate Armlinge  zusätzlich anziehen. Der Frontreissverschluss ermöglicht ein selbständiges An- und Ausziehen, auch wenn es sich für eine Triathletin zunächst ungewohnt anfühlt, den Reissverschluss vorne zu schließen. Der Versa lässt sich im trockenen Zustand auch ohne Hilfe gut anziehen und schliessen. Das Material fühlt sich dünn und flexibel an.

Der Versa von hinten betrachted

Tragekomfort beim Schwimmen

Der Rückenpartie des Versa ist aus einem atmungsaktiven, sehr weichen Vier-Wege-Stretch-Neopren, dem innovativen Neo-Breathe™ Gewebe von Zone3. Dieses Material soll Feuchtigkeit und Körperwärme entweichen lassen und gleichzeitig den Körper im Wasser sehr gut vor Kälte schützt und den Wassereintritt zurückhalten. Das sich dünn anfühlende Material hält auch bei sehr kalten Wassertemperaturen von 10 bis 13 Grad warm und somit leistungsfähig. Durch die verlängerten Beinabschnitte und verstärkte Kniepartien im vorderen Bereich, sind auch die Knie bedeckt. Der Anzug bietet einen guten Auftrieb, um die nötige Wasserlage halten zu können. Der Kragen bzw. Halsausschnitt bietet eine gute Passform und sitzt nicht zu eng am Hals. Dennoch ist das Einreiben des Nackenbereiches mit Vaseline bei längeren Schwimmstrecken zu empfehlen, um das Wundreiben am Hals zu verhindern. Eine flexible Schulterpartie für die notwendige Arm-Schulter-Beweglichkeit beim Schwimmen ist gegeben.

Tragekomfort beim Laufen

Auch beim Laufen sitzt der SwimRun-Neoprenanzug Versa gut am Körper und verrutscht auch bei längeren Strecken nicht. Durch die flexibel gehaltene Partie im Bereich der Kniekehle ist die Bewegungsfreiheit der Beine beim Laufen zwar gewährleistet, die 3/4 Beinlänge beim Laufen ist allerdings Geschmacksache und nicht unbedingt jedermanns Sache. Vor allem bei Streckenabschnitten, die bergauf führen ist der Neopren über das Knie eher störend und der Laufkomfort und die Bewegungsfreiheit etwas eingeschränkt.
Die Armstulpen lassen sich während des Laufens gut abziehen, durch ihre enge Passform ist es allerdings schwierig, sie vor dem Schwimmen wieder hochzuziehen. Durch den Frontreissverschluss ist es möglich, bei warmen Außentemperaturen den Neopren am Oberkörper einfach zu öffnen und so eine Überhitzung zu vermeiden.

Besonderheiten und Extras

Der Frontreissverschluss hat nicht nur den Vorteil, dass er während des Laufens einfach geöffnet werden kann, sondern bietet auch Platz für eine grössere Rückentasche. Auch an der Neoprenvordereseite sind an der Innenseite zwei Taschen eingebaut. Dies hat den Vorteil, dass Verpflegung wie Gels sowie das im Wettkampf meist obligatorische Firstaid-Material einfach und ohne den Bewegungsablauf zu stören, mitgenommen werden kann.

Die Schulterpartie ist in Gelb gehalten, wodurch die Sichtbarkeit im Wasser erhöht wird. Zum anderen ist der Schulterbereich dünn und hochelastisch gemacht, um damit möglichst flexibel vor allem beim Schwimmen im Schulterbereich zu sein. Die separaten und abnehmbaren Armlinge sind mit dem Gedanken entwickelt, die grössere Bewegungsfreiheit in den Schultern beizubehalten und gleichzeitig die Temperatur kontrollieren zu können – als Kälteschutz im Wasser – der während des Laufens leicht entfernt werden kann. Gerade bei hohen Aussentemperaturen kann so eine Überhitzung verhindert werden, ohne dass der Neoprenanzug abgezogen werden muss.

Der Versa besitzt eine Tasche auf dem Rücken

Der SwimRun-Neoprenanzug Versa von Zone 3 im Wettkampf

Zum Einsatz kam der Neopren beim Ötillö Engadin. Das bedeutete kalte Wassertemperaturen um die 12 Grad beim Schwimmen und warme Aussentemperaturen beim Laufen. Während des Schwimmens bot der Anzug einen optimalen Kälteschutz. Die Armstulpen waren eher irritierend und schränkten mich in der Armfreiheit etwas ein. Ohne Armlinge gelangen mir die Armzüge besser. Wie bereits erwähnt, bietet der “Versa” einen guten Auftrieb im Wasser. Für Schwimmerinnen mit guter Wasserlage kann dies im Wettkampf etwas störend empfunden werden, da die Schwimmabschnitte ohnehin mit einem Pullboy geschwommen werden, um das Absinken der Füsse mit den Laufschuhen zu vermeiden und die Beine/Füsse dadurch eh schon hoch im Wasser liegen. Der Anzug ist ansonsten sehr angenehm zu schwimmen. Er hält warm und verhindert den Wassereintritt. Auf den Laufstrecken war es möglich, den Neoprenanzug “den Bedingungen anzupassen”. Feuchtigkeit und Wärme wurden auf den längeren Abschnitten so gut abtransportiert, dass ich nie das Gefühl hatte, heisszulaufen. Der Frontreissverschluss ließ sich ohne Probleme während des Laufens öffnen und schließen. Die längere Beinpartie war wie bereits erwähnt etwas einschränkend, was den Laufkomfort und die Beinfreiheit betrifft. Sehr vorteilhaft und keinesfalls störend sind die eingearbeiteten Taschen. Während die Innentaschen im Wettkampf wegen des zu tragenden Startnummer-Trikots eher schlecht zugänglich sind, ist die grosse Rückentasche sehr nützlich, um beispielsweise Gels zu transportieren.
Der Neo wir von Zone3 für rund 190 Euro Angeboten.

Weitere Prodfuktinfos

Fazit

Der SwimRun-Neoprenanzug Versa von Zone3 ist ein gutes Modell für alle, die gern einen SwimRun ausprobieren möchten und noch wenig Erfahrung mit dem Schwimmen in offenen Gewässern haben. Er besitzt alle nötigen Features, ist gut verarbeitet und hat tolle durchdachte Details. Er ist auf kürzeren Strecken definitiv sehr angenehm zu tragen und leistungsstark.

Text: Rabea Vögtle
Fotos: privat

2 Kommentare

  1. Brigitte Lohmann

    Die Frage ist sicherlich ungewöhnlich, aber könnte man den Anzug auch bei einem herkömmlichen Triathlon verwenden, wenn man als „schlechter“ Schwimmer auch Teil-Passagen mit Brustschwimmen absolvieren muss?

    • Meike Maurer

      Hallo Brigitte, das geht sicherlich … die Frage ist nur, wie komfortabel das ist. Ich frag mal bei Rabea nach, wie sich der Anzug anfühlt, wenn man Brust schwimmt … hängt von der Materialstärke im Schritt ab, wenn es sehr dick wäre, ist Brustschwimmen eher mühsam, da man gegen den Materialwiderstand arbeiten muss … Grüße, Meike

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