Projekt „Gemeinsame Langdistanz“

Susi bei ihrer ersten Triathlon Langdistanz

Wie es ist, wenn sich ein Pärchen für die gemeinsame Triathlon-Langdistanz entscheidet, erzählt Susi.

Kennt ihr das? Man kommt überglücklich ins Ziel, ist völlig erschöpft und stellt sich direkt die Frage, ob da noch mehr gehen könnte. 2016 ging es mir nach meiner zweiten Mitteldistanz genauso und eigentlich wollte ich nie eine Langdistanz machen. Eigentlich!

Warum eigentlich nicht?

Doch plötzlich war der Reiz da. Soll ich es wagen? Schaffe ich den Trainingsaufwand neben meinem Vollzeitjob? Auch mein Mann wollte 2017 das erste Mal bei einer Langdistanz starten. Warum also nicht zusammen bei einem Event an der Startlinie stehen? Ich beschloss, mich nach einer Trainerin umzuschauen, um das Thema Langdistanz erst einmal mit einem „Profi“ zu besprechen. Sie nahm mir die Angst, dass es eventuell zu früh sein würde, da ich erst drei Jahre zuvor mit dem Triathlon begonnen hatte. Rasch war alles konkret und die ersten Langdistanz nahm Form an.

Gemeinsames
Abenteuer Langdistanz

Der Ironman Frankfurt war immer mein Traum. Mit zittrigen Händen meldete ich mich an und los ging das gemeinsame Training. Wir haben bewusst beide verschiedene Trainer gewählt, denn es war uns wichtig, dass der Trainer zu uns passte. Trotzdem stimmten wir das Training aufeinander soweit wie möglich ab, sodass wir zumindest teilweise die Trainingszeit gemeinsam verbringen konnten. Gemeinsames Training im Becken ging super, da jeder nach seinem Plan schwimmen konnte. Beim Radeln war ich viel im Windschatten oder wir sind auf der Rolle nebeneinander her geradelt. Auch beim Laufen ging die eine oder andere lockere Einheit zusammen und wenn nicht Grundlagen auf dem Programm standen, trennten wir uns unterwegs einfach für eine Weile. Bei Intervallläufen auf der Bahn litten wir Runde für Runde gemeinsam und hatten uns zumindest fest im Blick.

Es war toll, viel Zeit miteinander zu verbringen, sich auszutauschen, sich gegenseitig Tipps zu geben oder sich einfach nur zu motivieren. Auch den Alltag meistern wir in den zehn trainingsintensiven Monaten zusammen. Geteiltes Leid ist eben immer nur halbes Leid.

Dann war er da, der große Tag

Voller Vorfreude und mit flauem Gefühl im Bauch standen wir am Langener Waldsee. Ein letzter Kuss – ab jetzt war jeder für sich selbst verantwortlich. Jeder ordnet sich in der geplante Schwimmzeit am Start ein und musste ab sofort sein eigenes Rennen machen. Die Zwischenzeiten des Partners bekamen wir zwischendurch von unseren Supportern an der Strecke mitgeteilt und da in Frankfurt vier Runden gelaufen werden, haben wir uns tatsächlich kurz auf der Laufstrecke gesehen. Das motivierte noch mal und die letzten Kilometer verflogen schnell. Was das größte für uns war, sich im Ziel gegenseitig in die Arme zu schließen. Das war die beste Belohnung überhaupt und jede Menge Freudentränen flossen. Es war die perfekte erste gemeinsame Langdistanz.

Susi beim Training für den ersten Ironman

Fotos: privat

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