Triathletin Daniela Bleymehl besteigt zwei Viertausender

Profitriathletin Daniela Bleymehl auf dem Mont Blanc

Gerade trainiert Triathletin Daniela Bleymehl für die Challenge Daytona Anfang Dezember, aber im Sommer hat sie aufgrund der Corona-Situation neue Abenteuer in den Bergen gesucht und gefunden.

Keine Wettkämpfe bestreiten zu können, ist für Triathlon-Profis keine schöne Sache. Daniela Bleymehl konnte der bisher durch COVID-19 verkorksten Triathlonsaison allerdings doch etwas Positives abgewinnen. Sie erfüllte sich den Traum, den Mont Blanc zu besteigen, was in einer normalen Saison nahezu unmöglich gewesen wäre.

Mit dem Dom und dem Mont Blanc hast Du innerhalb einer Woche zwei Viertausender bestiegen. Was hat Dich dazu bewogen?
Einmal auf dem Mont Blanc zu stehen, beziehungsweise überhaupt einmal eine 4.000er-Hochtour zu machen, war schon immer ein Traum von mir. Die beste Zeit dafür ist Anfang Juli bis Anfang September, und das lässt sich mit dem üblichen Rennkalender kaum vereinbaren.

Hattest Du bereits Erfahrung mit alpinen Bergtouren dieser Art, und kannst Du die Touren weiterempfehlen?
Im Gegensatz zu meinem Mann Moritz bislang noch nicht. Moritz hat mich zu Hause bestmöglich auf die Herausforderungen vorbereitet. Wir sind früh in die Alpen angereist und konnten uns in aller Ruhe an die Höhe und an die technischen Herausforderungen gewöhnen. Vor Ort hat uns noch ein sehr erfahrener Freund begleitet. Wir waren also gut aufgestellt. Es war ein wahnsinnig intensives Erlebnis, weshalb ich solche Hochtouren absolut empfehlen kann. Allerdings muss ich ganz klar darauf hinweisen, dass man eine solche Tour nur mit erfahrenen Bergsteigern oder Bergführern machen sollte, denn es kann sehr schnell zu gefährlichen Situationen kommen. Das darf man nicht unterschätzen.

„Die Zeit am Berg war für mich unglaublich berührend. Ich hatte das Gefühl, weit weg zu sein von den Problemen der Zivilisation. Ich war nur noch im Hier und Jetzt – das war ein echtes Freiheitsgefühl. Gepaart mit extremer Demut, führt das zu einem Gefühl, das sich gar nicht beschreiben lässt. Das muss man definitiv selbst erlebt haben.“

Was war für Dich die größte Herausforderung, und was konntest Du aus dieser Erfahrung mitnehmen?
Die Entscheidung, die Besteigung des 4.206 Meter hohen Alphubels abzubrechen. Das Wetter bei der als Einstiegstour geplanten Tour war einfach zu schlecht. Dabei habe ich sehr schnell gemerkt, wie viel Einfluss das Wetter in solchen Höhen hat. Dafür war die Besteigung des Doms mit Fels-Kletterpassagen, steilen Firnhängen und einigen zu überquerenden Gletscherspalten sehr eindrücklich. Ich musste viele innere Grenzen überwinden, war richtig am kämpfen, was mich viel Selbstüberwindung gekostet hat. Ich habe viel gelernt, was mir am Mont Blanc sehr zugutekam. Ich war wesentlich ruhiger und effizienter unterwegs.

War die Besteigung eine Art Ersatz für die fehlenden Wettkämpfe, um mit Deiner Fitness etwas anderes „Großes“ umzusetzen?
Unser Ziel war es vor allem, den Kopf freizubekommen und etwas anderes zu machen. Es sollte kein Ersatz für einen Wettkampf sein. Und da wir den Mont Blanc als Nonstop-Besteigung ins Auge gefasst hatten – sprich vom Tal zum Gipfel und wieder zurück in einem Rutsch – war es auch ein sehr guter Ausdauertest. Das hat vor allem im Nachhinein sehr gutgetan. Natürlich sollte dabei das Training auch nicht leiden, denn vor ein paar Wochen konnte man noch nicht wirklich absehen, ob noch Wettkämpfe stattfinden würden. Es war definitiv eine Belastung für den Körper, wenn auch eine ganz andere als sonst im Training oder Wettkampf. Mental konnte ich dabei voll auftanken und hatte danach auch keine Probleme, direkt wieder ins Training einzusteigen.

Interview: Meike Maurer
Fotos: privat

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